Kleidung

Grüne, ethische und nachhaltige Mode

Häufige Fragen und Antworten zum bewussten Kleidungskauf

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Ethische Kleidung (manchmal auch als grüne oder nachhaltige Mode bezeichnet) ist eine Art, Kleidung zu produzieren und zu konsumieren, die neben anderen ethischen Erwägungen auch ökologische und soziale Belange berücksichtigt. Sie zielt darauf ab, die negativen Auswirkungen der Textilindustrie auf die Menschen und den Planeten zu minimieren und gleichzeitig die Ressourcen der Erde für die Zukunft zu schützen und zu wahren. Die wichtigsten Fragen rund um grüne Mode, wie Konsument*innen diese erkennen und warum ethisch produzierte Kleidung so wichtig ist, beantworten wir hier.

Unter grüner Mode verstehen wir ethisch produzierte Kleidung in Abgrenzung zu Fast-Fashion-Kleidung. Bei Fast Fashion haben die Verbraucher*innen keinen oder nur einen geringen Einblick in die Herstellung der Kleidung und die Folgen für Menschen und Umwelt. Grüne Mode befasst sich umfassend mit der Nachhaltigkeit entlang der globalen Wertschöpfungskette. Angefangen von nachhaltigen Stoffen über menschenwürdige Arbeitsbedingungen in den Nähfabriken bis hin zu Entsorgung und Recycling von gebrauchter Kleidung. Zentrale Aspekte, die eine Mode “grün” und „ethisch“ machen, sind faire Löhne und Preise, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Transparenz und Offenlegung der Lieferkette, ökologisch produzierte und klimaneutrale Fasern, lange Gebrauchszeit sowie Recycling und Upcycling.

Fast Fashion fördert eine Kultur des übermäßigen Konsums, indem Marken am laufenden Band neue Kollektionen und Trends auf den Markt bringen und so die Verbraucher*innen dazu anregen, immer mehr Kleidung zu kaufen und immer mehr Kleidung zu entsorgen, ohne über die Folgen nachzudenken.

Bereits heute trägt der Textilsektor in erheblichem Maße zur Klimakrise bei. Schätzungen zufolge verursacht die Modebranche mit ihren 150 Milliarden produzierten Kleidungsstücken jährlich 10 % der weltweiten CO2-Emissionen – mehr als internationale Luftfahrt und Seeschifffahrt zusammen – und ist die zweitschädlichste Industrie gleich nach der Ölindustrie. Für die Herstellung eines einzigen Baumwoll-T-Shirts werden schätzungsweise 2700 Liter Süßwasser benötigt, was der Menge entspricht, die eine Person in 2,5 Jahren trinkt. Insbesondere die kurze Gebrauchszeit bei Fast Fashion führt zu einem extrem hohen ökologischen Fußabdruck eines Kleidungsstücks.

Spätestens seit dem Einsturz des Rana-Plaza-Fabrikgebäudes in Bangladesch 2013 steht das Wirtschaftsmodell von Fast Fashion in der Kritik, weil es den Preis- und Zeitdruck in der Lieferkette weitergibt – bis zu den Arbeiter*innen, die die Mode unter menschenunwürdigen Bedingungen fertigen. Die Näher*innen schuften teils in überhitzten Fabriken bis zum Kreislaufkollaps für einen Lohn, der nicht für ein würdiges Leben reicht.
Grüne Mode ist wichtig, um diese sozialen und ökologischen Missstände zu beheben und eine andere Art der Produktion und des Konsums von Kleidung zu ermöglichen.

Der Stückpreis einzelner Produkte aus einem grünen Modesortiment kann teurer sein als konventionelle Fast-Fashion-Kleidung, aber nicht unbedingt teurer als reguläre Markenkleidung. Der Grundgedanke bei grüner Mode ist, dass Verbraucher*innen wegen der hohen Qualität und der Abkehr von den neusten, schnelllebigen Modetrends weniger neue Kleidung kaufen und brauchen, was für eine nachhaltigere Gestaltung unserer Konsumgewohnheiten unerlässlich ist.

Durch selteneres Einkaufen bleiben die Kosten für Bekleidung stabil und sinken langfristig sogar. Zudem gibt es auch bei Fair-Fashion-Marken oft Rabattaktionen oder Schlussverkäufe/Sale-Aktionen, sodass die Kleidungsstücke zu einem reduzierten Preis angeboten werden. Eine günstige grüne Alternative sind auch der Kauf von Second-Hand-Mode, die Teilnahme an Kleidertauschbörsen, die Herstellung eigener Kleidung sowie das Upcycling von Kleidung, das Reparieren oder Mieten/Leihen.

1. Ist sie aus zweiter Hand?
Die Nutzungsdauer von Kleidung sinkt stetig. Oft werden Kleidungsstücke entsorgt, die nur kurz oder gar nicht getragen wurden. Helfen Sie der Umwelt, indem Sie weniger neue Kleidung kaufen und auf Second-Hand-Kleidung zurückgreifen.

2. Werden ökologische Materialien verwendet?
Es braucht einen Umstieg auf ökologisch produzierte und klimaneutrale Fasern, um den ökologischen Fußabdruck unserer Kleidung zu verkleinern. Achten Sie auf 100 % biologischen Anbau. Die Begriffe „Bio“, „Öko“ und „aus kontrolliert biologischem Anbau“ (kbA) sind bei landwirtschaftlichen Rohstoffen rechtlich geschützt. Bei Produkten, die mit diesen Begriffen gekennzeichnet sind, ist der Einsatz von chemischen Pestiziden und Düngemitteln verboten, ebenso wie chemische Entlaubungsmittel und gentechnisch manipuliertes Saatgut.

3. Ist die Ware fair gehandelt?
Viele Modeunternehmen setzen auf hohen Arbeitsdruck, lange Arbeitszeiten und dies für einen Lohn, der nicht für ein Leben in Würde reicht. Entscheiden Sie sich für die Unternehmen, die beim Lieferkettenmanagement überzeugen und nach hohen sozialen Standards fertigen. Hier gibt es glaubwürdige Siegel, die fair produzierte Kleidung kennzeichen. Unser Labelvergleich hilft Ihnen, die richtigen Siegel zu erkennen.

Schlüsselindikatoren für eine grüne Mode

Von den Erzeuger*innen der Rohstoffe (z. B. Baumwollbäuerinnen und -bauern) bis hin zu den Arbeiter*innen, die ein Kleidungsstück zusammennähen oder nicht mehr benötigte Kleidung schreddern und wiederverwenden, sollten alle Arbeiter*innen einen existenzsichernden Lohn erhalten und gemäß der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO ) fair behandelt werden.

Informationen über Zulieferer, Rohstoffe und Produktionsverfahren von Kleidungsstücken sind auf der Webseite eines Unternehmens oder per E-Mail auf Anfrage leicht zugänglich.

Unternehmen verarbeiten nachhaltige Stoffe (z. B. recycelte Fasern), verwenden natürliche Farbstoffe auf Pflanzenbasis, nutzen erneuerbare Energien für die Verarbeitung von Stoffen und entwickeln Systeme zur Rücknahme und Wiederverwertung getragener Kleidung. Wichtig ist dabei, dass das gesamte Unternehmen umgestellt wird und nach ethischen Prinzipien wirtschaftet. Immer mehr Fast-Fashion-Marken nehmen inzwischen auch getragene Kleidung zurück oder bieten Kollektionen aus Bio-Baumwolle an. Die angebotene Kleidung ist deswegen aber noch lange nicht grün oder nachhaltig, solange sich beispielsweise nicht auch die Situation der Arbeiter*innen, die die sie nähen, färben oder besticken verändert hat.

Unternehmen bieten Kleidung an, die langlebig ist, teilweise sogar einen Reparaturservice oder Kleidung, die man leasen kann. Es gibt nicht jedes Jahr neue saisonale Kollektionen.

Recycling-Konzepte und Modelle zur Kreislaufwirtschaft sind zentrale Elemente für grüne Mode. In der Zukunft müssen Materialien wieder und wieder verwendet werden können, ohne dabei an Wert zu verlieren. Es gibt bereits Recyclingsysteme, die Fasern so regenerieren, als wären sie neuwertig. Ein geschlossener Materialkreislauf soll entstehen, damit die Produkte von heute zu den Rohstoffen von morgen werden.

Macher*innen von grüner Mode verwenden häufig keine tierischen Produkte wie Leder, Wolle oder Seide und versuchen nicht, diese durch synthetische Nachahmungen zu ersetzen. Wo sie doch tierische Produkte verwenden, handelt es sich oft um recycelte, biologische oder Friedensseide (Seide wird geerntet, ohne die Würmer zu töten) bzw. „Goldstandard“-Leder (zertifizierte ökologische Tierhaltung und pflanzliche Gerbverfahren).

Bio-Baumwolle, Lyocell und Co. – welche Stoffe sind empfehlenswert und welche nicht?

Foto: bobbycrim - pixabay.com

Grüne Mode sollte auf ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit basieren – vom Rohstoff über die Weiterverarbeitung und Veredelung bis zum Verkauf und dem Recycling. Lesen Sie hier mehr über die Materialien für nachhaltige Kleidung und erhalten Sie Tipps, auf welche Stoffe Sie achten und welche Sie vermeiden sollten.

Grüne Mode – 10 Aktionen für Verbraucher*innen

Vier junge Leute stürmen am sogenannten schwarzen Freitag eine Einkaufszentrum
Foto: ©VadimGuzhva - stock.adobe.com

Was können Verbraucher*innen für einen nachhaltigen Kleiderkonsum tun? Lassen Sie sich von diesen 10 Aktionen inspirieren!

Porträt von Sandra Dusch Silva

Ich bin für Ihre Fragen da:

Sandra Dusch Silva
Referentin für nachhaltige Lieferketten und Kleidung
duschnoSpam@ci-romero.de
Telefon: 030 – 41723800